Baubewilligungsverfahren

In der Gemeinde Seeberg werden jährlich rund 40 Baugesuche eingereicht und behandelt. Mit ganz wenigen Ausnahmen können in der Folge Baubewilligungen erteilt werden. Für eine grosse Zahl der Baugesuchsteller ist ihr Baugesuch das erste und vielleicht auch einzige, das sie ausfüllen, zusammenstellen und bei der Bauabteilung zur Prüfung und Bewilligung einreichen. Es ist deshalb gut nachvollziehbar, dass das Baugesuchsverfahren gerade für private Bauherrschaften als kompliziert erscheint. Nachfolgend wird stichwortartig aufgezeigt, was einerseits die Bauherrschaft bei der Einreichung eines Baugesuches im sogenannten Bewilligungsverfahren beachten muss, andererseits welche Prüfungen durch die zuständige Gemeindeinstanz erforderlich sind, bis der Bauentscheid gefällt werden kann.


Bauherrschaft

Einreichung Baugesuch bei der Gemeindeverwaltung.

Beilagen:

  • Baugesuchformular 1.0 vollständig ausgefüllt, im Doppel, mit Datum und Unterschrift (keine Kopien)
  • Situationsplan Mst. 1:500 im Doppel, unterzeichnet durch den Kreisgeometer (Ristag Ingenieure AG, Oberstrasse 15, 3360 Herzogenbuchsee, Tel. 062 961 12 17). Das Bauvorhaben ist darin vermasst einzutragen.
  • Projektpläne im Massstab 1:100/1:50 im Doppel und mit Originalunterschriften (keine Kopien)
  • Nebengesuche: Brandschutz/Gewässerschutz/Energiemassnahmennachweis usw.
  • Mit den auf der Rückseite der Gesuchformulare aufgeführten Beilagen

Sämtliche Formulare, Gesuche und gemeindespezifischen Vorlagen können direkt am Schalter der Gemeindeverwaltung bezogen oder im Online-Schalter unter "Bau und Planung" bezogen werden.


Profile

Das Bauvorhaben ist mit der Gesuchseingabe zu profilieren.


Grenz- und Näherbaurechte

Für erteilte Grenz- und Näherbauchrechte ist der Bauverwaltung die schriftliche Zustimmung der Nachbarn beizulegen. Die Gemeinde kann die dienstbarkeitliche Sicherstellung im Grundbuch verlangen.

Sämtliche einzureichenden Unterlagen sind von der Bauherrschaft, dem Projektverfasser und dem Grundeigentümer zu unterzeichnen. Stellt die Bauverwaltung bei der vorläufigen Prüfung formelle Mängel fest, weist sie das Gesuch unter Ansetzung einer Frist zur Verbesserung zurück.


Baubewilligungsinstanz

Formelle Prüfung innert 7 Arbeitstagen:

  • Prüfung der Eingabe auf Vollständigkeit und inhaltliche Mängel. Eventuell Nachforderung von weiteren Unterlagen
  • Kontrolle der aufgestellten Profile
  • Bekanntmachung
  • Auflage

Kann der Kreis der betroffenen Nachbarn nicht eindeutig bestimmt werden, ist das Bauvorhaben im Anzeiger zu veröffentlichen.


Materielle Prüfung:

  • Prüfung von Nutzungsvorschriften, Bauabständen
  • Einordnung und Gestaltung, Umwelt, Sicherheit, Gesundheit usw.
  • Einholen der nötigen Amts- und Fachberichte (z.B. Brandschutz, Gewässerschutz usw.)
  • Einsprachen/Rechtsverwahrungen
  • Eröffnung der eingelangten Einsprachen und Rechtsverwahrungen an die Bauherrschaft und Einholen der Stellungnahme. Eventuell Durchführung von Einigungsverhandlungen bzw. Bereinigungsgesprächen
  • Einholen von Schlussbemerkungen
  • Bauentscheid


Gültigkeit

Die Baubewilligung ist seit Eröffnung drei Jahre gültig. Die Baubewilligungsinstanz kann auf Gesuch hin die Geltungsdauer aus wichtigen Gründen um höchstens zwei Jahre verlängern.


Beschwerden

Innert 30 Tagen seit Eröffnung kann bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern gegen den Bauentscheid schriftliche Beschwerde erhoben werden. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion entscheidet im vereinfachten Baubewilligungsverfahren abschliessend.